"Zart wie ein Spinnennetz, mit der Intensität der Naturgewalten, entfaltet sich der Tanz von Aiko Kazuko Kurosaki. Das Entstellte, Hässliche, Tote offenbart sich in seiner unbedingten Schönheit, in der Reinheit und Unschuld wird der Abgrund sichtbar. In der Wandlung, Verwandlung, dem Auskosten von Zuständen des Widerspruches, wird ein Spektrum an Erfahrungen des Menschseins eröffnet, deren immanente Paradoxien in der Verkürzung der Mode zu oft keinen Platz finden.

Ihr Schaffen regt die Sensibilität, das poetische Empfinden der Betrachtenden an. Der Tanz verdeutlicht in seiner Form, dass ein Suchen nach einfachen Antworten zu kurz greift - und so sind auch die Themen, mit denen sie sich beschäftigt, immer von einer kritischen, politisch und sozial hinterfragenden Haltung geprägt.

Aiko Kazuko Kurosaki wurde in Japan, Tokio geboren und lebt heute in Wien. In ihren Werken arbeitet sie mit der Unmittelbarkeit des Körpers, die Erzeugung von imaginären Bildern, die Einbeziehung von Raum und Licht rücken ihren Tanz in die Nähe der bildenden Kunst. Die biografische Fusion von östlichem und europäischem Erfahrungshintergrund zeigt sich auch in ihrer Arbeit, die sowohl vom japanischen Butoh als auch von westlichen, zeitgenössischen Tanzstilen geprägt ist."

Text: Magdalena Meindl